Geschichte SC Lattella Wörgl
In den 90er Jahren des neunzehnten Jahrhunderts begann der Schilauf, von Skandinavien kommend, im alpinen Raum Fuß zu fassen. Zunächst waren es einzelne Personen, die dieses neuartige Gerät im alpinen Gelände erprobten. Um jene ersten Pioniere scharten sich vor allem junge Leute, die sich auch vereinsmäßig zu organisieren begannen. Im Winter 1901/1902 entdeckten Münchner Schifahrer die alpinen Reize der Wildschönauer Berge und fanden in Wörgl bald begeisterte Nachahmer.
 
Wintersportfest 1910 Wörgler Schi-Riege

 

Einer der ersten, der sich als Schiläufer versuchte, war Franz Danek. Mit Josef Loinger und einigen anderen sportbegeisterten beschloss er 1907 die Wintersportvereinigung Wörgl zu gründen. In einem Schreiben an Herrn Franz Danek von der k.k. Statthalterei für Tirol und Vorarlberg vom 2. April 1908 wird „die Bildung des Vereines Wintersportvereinigung Wörgl mit dem Sitzein Wörgl nicht untersagt“. Die gründende Hauptversammlung war am 29. August 1908 im GH Alte Post. Erster Obmann war Rudolf Ostermann. Mit diesen Männern bemühte sich der Hennersberger Wirt Matthias Fankhauser um die Förderung des Wintersports. Die jungen Wintersportler benützten anfangs oft selbst gebastelte Schi. Zu den ersten Schifahrern zählten auch Reservisten, die während ihrer Militärzeit beim 1. Tiroler Kaiserjägerregiment unter Oberst Georg Bilgeri die Kunst des Schifahrens erlernt hatten und so auch wesentlich zur Verbreitung dieser neuen Sportart beitrugen. Schi- und Sprunglaufbewerbeverhalfen außerdem dem Schisport zu größerer Popularität.

Bald konnte man in Schischulen größerer Wintersportorte diesen Sport erlernen. Auch in Wörgl übernahmen Skiclub-Mitglieder diese Aufgabe. Anfangs unterrichtete zwar jeder Lehrer seine Fahrweise, aber bald nach dem ersten Weltkrieg wurde in Österreich Schilauf nach einem einheitlichen Lehrsystem unterrichtet – Schilehrerprüfungen wurden eingeführt. Wörgls erster geprüfter Schilehrer war Georg Buttinger, der die Prüfung 1933 bestand. Die Schischule Kirchbichl-Wörgl mit dem Standort Bruckhäusl wurde erst 1969 von Arno Kecht gegründet.

Genau geführte Protokolle der Wintersportvereinigung aus dem Jahre 1908 berichten über die Bildung von Sonderausschüssen: für Ski (Josef Loinger), für Rodeln (Rudolf Ostermann), für Eisschießen (Mössner) und für Schlittschuhläufer (Rudolf Ostermann). Am Hennersberg wurde ein neuer Rodelweg bis zum Wirt errichtet und ein Sprunghügel (nach den Plänen eines Münchners) gebaut. Die Ausgaben des Vereines dafür betrugen 40 Kronen, die Unterstützung durch die Gemeinde 100 Kronen. Im gleichen Jahr beschließt die Skiabteilung, an den Österreichischen Schiverband ein Gesuch um Aufnahme zu stellen, dem auch stattgegeben wurde. Das 1. Wörgler Wintersportfest fand am 10. Jänner 1909 statt mit den Bewerben
Herrenrodeln, Damenrodeln, Knabenrodeln, Sprunglauf am Hennersberg und Abfahrtslauf vom Markbachjoch und „nahm bei herrlichem Wetter einen glänzenden Verlauf‘.

Hennersberg ... am Hennersberg

Die Vereinsführung arbeitete eng mit dem Verschönerungsverein zusammen und überlegte, wie man den Fremdenverkehr in Wörgl heben könnte. In Tätigkeitsberichten wird die Teilnahme an anderen Wintersportfesten erwähnt. 1909 pachtete die Skiriege die Almhütte am Markbachjoch, adaptierte sie für den Winterbetrieb und machte für die „Skihütte“ auch Werbung in diversen Wintersportzeitungen. Um das Plakat „Wörgl im Winter“, ein Auftragsbild aus dem Jahre 1909, finanzieren zu können, verfasste der Wintersportverein Bettelbriefe an alle möglichen Geldgeber. Im Vergleich zu heutigen Abfahrtsrennen ist die Ausschreibung für den Seniorenlauf bei den Skiwettkämpfen 1910 bemerkenswert: „Vom Markbachjoch über eine Strecke von km mit 820 m Abfahrt (Höhenmeter), 100 m Steigung und 200 m Flachlauf‘ (Siegerzeit 10 min. 44 sec.).
Dass auch die Möslalm als Schiberg genützt wurde, geht aus den Aufzeichnungen über Vereinswettkämpfe aus dem Jahr 1911 hervor, bei denen der Juniorenlauf von der Möslalm, der Seniorenlauf vom Markbachjoch führte, kombiniert mit einem Kunstlauf am Hennersberg!

Einige Unklarheiten herrschen über ein Schriftstück vom 27. Jänner 1911, von der k.k. Statthalterei für Tirol und Vorarlberg an Herrn Hubert Ascher gerichtet, in dem die Bildung des Vereines „Skiclub Wörgl“ nicht untersagt wird. In den beiliegenden Statuten wird als Zweck die Pflege und Verbreitung des Schilaufes angegeben, und im Falle der Auflösung des Vereines würde etwaiges Vermögen an den Wintersportverein fallen. Es geht daraus nicht hervor, ob dies eine Umwandlung oder Namensänderung der Skiriege darstellt oder die Neugründung eines Vereines. Andererseits wird im Protokoll der Jahreshauptversammlung der Wintersportvereinigung von 1911 angeführt, dass „Schiwettkämpfe vom Skiclub durchgeführt würden“, und „zwecks Weiterpachtung der Schihütte am Markbachjoch verhandelt der Wintersportverein mit dem Skiclub Wörgl“. In der Ski-Chronik 3. Jahrgang 1910/11 wird angegeben, dass die Skiabteilung der Wintersportvereinigung Wörgl 1909 ausgeschieden sei und an ihrer Stelle der Skiclub Wörgl unter dem Vorsitz von Mechanikermeister Josef Loinger eingetreten sei. Rudolf Ostermann berichtet in seinem Artikel „Der Fremdenverkehr in seinen Anfängen“ über den lebhaften Betrieb im Winter 1913/1914 am Hennersberg, von Wintersport-Sonderzügen von Bayern nach Kitzbühel, von den Plänen, die man für den nächsten Winter machte, um den Fremdenverkehr noch weiter zu heben, ehe der Krieg alle Bemühungen und alles Aufstreben zunichte machte und dass „Jahrzehnte vergehen sollten, bis die Verhältnisse wieder so waren wie im Frühsommer 1914 ...“.

Markbachjoch Schihütte am Markbachjoch

Von da an bis zum Jahr 1926 fehlen schriftliche Unterlagen. Es existiert erst wieder ein Protokoll der Hauptversammlung vom 20. November 1926 der Skiriege des Turnvereins Wörgl (mit 70 eingeschriebenen Mitgliedern). Obmann war Max Planer. Allerdings wird in der 25-Jahr-Festschrift des Turnvereins Wörgl berichtet, dass am 1. Hornung 1920 der erste Gauschneeschuhlauf nach dem Krieg in Wörgl/Wildschönau stattfand, der von Hubert Ascher gewonnen wurde.

1927 wird der Name von „Wintersportriege“ in Skiriege des Turnvereins umgewandelt. In diesem Jahr begannen die Vorarbeiten für den Neubau einer Skihütte am Markbachjoch (jetzt Berggasthof „Rübezahl“), die am 26. Oktober 1928 mit einem Bergturnfest eingeweiht und ab Dezember 1928 bewirtschaftet wurde. Der Bau in Hunderten freiwilligen Arbeitsstunden und vor allem auch die Finanzierung forderten von den Mitgliedern des Turnvereins unter Obmann Josef Biechl und der Skiriege unter Max Planer großen Einsatz. Gedacht war die Hütte als Stützpunkt für Schifahrer und Wanderer und als Ausgangspunkt für die mannigfaltigen Touren, die vom Markbachjoch aus möglich sind. Allerdings war es dem Verein trotz aller Bemühungen nicht möglich, die Hütte zu halten. Die finanziellen Belastungen waren einfach zu groß. Dazu kam die politisch schwierige Lage - im Jahr 1934 musste die Hütte verkauft werden.

Blick übers Markbachjoch Langläufer vor der Hauptschule Wörgl

1929 wurde Dr. Herbert Avanzini zum Obmann gewählt. Er hatte die schwierige Aufgabe, in der Zeit der Wirtschaftskrise den Verein zu führen und zudem für die Aufbringung der Gelder für den Neubau der Hütte zu sorgen.

Die Protokolle bis zum Jahr 1934 berichten über eine rege Vereinstätigkeit: Die Bildung einer eigenen Jugendriege, die Beschickung zahlreicher Wettkämpfe, die Durchführung vieler eigener Veranstaltungen und immer wieder Tätigkeitsberichte über die Arbeiten an der neuen Schihütte. Daneben wurde die alte Schihütte auch weiterhin gepachtet; 1932 wurde das Bergkreuz auf dem Markbachjoch errichtet und geweiht; Abfahrten wurden markiert usw. Sehr gute Beziehungen bestanden zum Kölner Schiclub, der alljährlich seit Bestehen der Hütte dort Schikurse abhielt.

Im Juli 1934 erging der Bescheid, dass der Turnverein Wörgl und mit ihm die Skiriege behördlich aufgelöst wurden. Im Dezember 1934 erfolgte die Neugründung des Wintersportvereins Wörgl unter Hans Federer und Hubert Ascher (eine Statutenänderung erfolgte 1936, aufgelöst wurde dieser Verein 1950). 1936 führte der Verein die Tiroler Schimeisterschaften durch, eine großartige Veranstaltung, bei der Läufer aus ganz Österreich
am Start waren. Bis zum Kriegsbeginn war das Vereinsleben dann sehr schwierig und kam schließlich mit dem 2. Weltkrieg ganz zum Stillstand.

Ing. Sepp Hochmuth, der Erbauer des 1. Sesselliftes Österreichs gründete im März 1947 den Skiclub Wildschönau. In Wörgl bestand zwar noch der Wintersportverein Wörgl, aber ohne besondere Vereinstätigkeit. Nach Auflösung desselben kam es am 20. Oktober 1952 zur Umbildung bzw. Neugründung des Skiclubs Wörgl-Wildschönau mit dem Sitz in Wörgl. 1. Obmann war Dr. Rudolf Buratti, ab 1953 Ing. Sepp Hochmuth mit Willi Rieder als geschäftsführendem Obmann. Die Trennung des Vereins in einen eigenen Skiclub Wörgl bzw. Skiclub Wildschönau erfolgte 1974, in Wörgl zwar erst 1980 offiziell beschlossen und 1982 von der Sicherheitsdirektion Innsbruck bewilligt.

Mit dem Bau von Schiliften begann eine Welle von Schisportbegeisterung alle Bevölkerungsschichten zu erfassen. In den 50er und 60er Jahren wurden zahlreiche Schi-Großveranstaltungen durchgeführt - eine Werbung für den aufstrebenden Schisport.

Hennersberglift Schülerschitag am Hennersberg

1955 wurden erste Diskussionen um einen Lift auf den Hennersberg geführt, 1956 wurde der Riederkogel-Schlepplift erbaut, 1957/58 wurde der Hennersberg-Schlepplift eröffnet, 1962/63 erfolgte der Ausbau der Schiabfahrt und der Rodelbahn vom Hennersberg. Im Dezember 1967 wurde der neue Sessellift auf den Hennersberg eingeweiht, der vor allem der Wörgler Jugend Schilaufen und Rodeln vor der Haustüre ermöglichte. Allerdings mußte aus wirtschaftlichen Gründen der Hennersberglift 1986 wieder eingestellt werden.

1972 wurde eine Langlaufloipe ins Lahntal gespurt und 1978 fand der erste Volkslanglauf in Wörgl statt. 1986 übernimmt Willi Rieder als Präsident den Schiclub Wörgl und wird nach 6 erfolgreichen Jahren von Ludwig Brandner als Präsident abgelöst, in seiner Ära findet ein großes Europacupschispringen am Hennersberg statt. Neben Andi Goldberger, Stefan Horngacher waren viele namhafte internationale Größen wie Dieter Thoma am Start.

Von 1978 bis 1988 wurde der Verein vom späteren Landesrat Dipl-Vw. Mag. Sebastian Mitterer erfolgreich geleitet. Sein Nachfolger als Obmann war Mag. Andreas Adelsberger, welcher sein Amt auf Grund eines schweren Unfalles 1997 abgeben musste. Dir. Robert Petutschnigg wurde zum neuen Präsidenten des Schiclub Wörgl gewählt. In seiner Ära wird der Langlaufsport stark ausgebaut und zu einem der stärksten im Bezirk sowie auf Landesebene entwickelt. Gleichzeitig wurde der Inlineskatingsport als weitere Sektion aufgenommen, um viele Kinder über diese Sportart zum Langlauf zu motivieren. Aufgrund der stark wachsenden Mitgliederzahl in allen Sektionen und notwendigen Einbindung von mehr Funktionären in den Verein, wurde eine Zweigvereinsstruktur geschaffen die unter einem Hauptverein zusammengefasst ist. Auch die unterschiedlichen Fachverbände wie
ÖSV, ÖRSV, und ÖEV waren ein Grund für die Neuorganisation. Diese moderne Struktur ermöglichte in den letzten Jahren eine professionelle und über aus erfolgreiche Entwicklung der einzelnen selbständigen Zweige.

Willi Rieder Dipl-Vw. Mag. Sebastian Mitterer Mag. Andreas Adelsberger

SC-Lattella Wörgl/Team Alpin


Obmann: Toni Rieder
Vize-Obmann: Wolfgang Ellinger
Kassier: Harald Mayrhofer
Schriftführer: Oliver Ruso
Sportwart: Albert Feiersinger
SC Latella Wörgl

Geschichtliches

Ab 1995 stand Walter Bacher der Sektion Alpin vor. Unter seiner Leitung begannen die regelmäßigen Trainings mit knapp 10 Kindern. Berger Bettina, Thaler Daniel und sein Sohn Thomas gehörten mit anderen zu dieser „1. Generation“.

Im Jahre 1997 stieß Toni Rieder zur Sektion Alpin und sie trainierten gemeinsam mit dem Nachwuchs bis zur Saison 98/99, als Walter den Verein verließ.

Nach der Gründung der einzelnen Zweigvereine (Alpin, Nordisch, Springer) unter dem Dachverein SC Lattella Wörgl im Jahre 2000 leitete Toni Rieder zusammen mit seiner Tochter Sabrina die Sektion Alpin.

Im Jahre 2002 wurde der erste Vorstand unter der Leitung des Obmannes Peter Mitterer ins Leben gerufen. Als sportlicher Leiter & Vizeobmann stand ihm Toni Rieder zur Seite, weitere Mitglieder waren Seppi Oberhammer als Schriftführer und Karin Rendl als Kassierin.
Dieses Team leitete erfolgreich die Geschicke des Vereins bis zum Jahre 2006. Seit damals ist der jetzige Vorstand im Amt unter der Führung des Obmannes Reinhard Foidl, Toni Rieder als Vizeobmann, Albert Feiersinger als sportlicher Leiter, Daniela Ellinger als Kassierin und Oliver Ruso als Schriftführer.

Erfolge

In diesen Anfangsjahren hatte der SC Lattella Wörgl mit Thomas Bacher ein Ausnahmetalent in seinen Reihen, der es bis zum Mitglied des ÖSV schaffte und dort beachtliche Erfolge feierte. Nach dem Besuch der Skihandelsschulen in Stams und Schladming, schloss Thomas das Studium der internationalen Wirtschaftswissenschaften an der FH in Kufstein in diesem Jahr erfolgreich ab.

Jasmin Janica Kostelic & Jasmin Rendl

Seine größte Erfolge feierte Thomas bei zwei Teilnahmen an Juniorenweltmeisterschaften, einem Sieg bei Tiroler Meisterschaften im Slalom 2001, bzw. einem 3. Platz bei österreichischen Meisterschaften in der Kombi in Altenmarkt Zauchensee 2002. Mehrere Auslandsaufenthalte in Spanien und USA bzw. Trainertätigkeiten, vor allem bei der Race-Academy in der Wildschönau runden seine tolle Leistungsbilanz ab.

Seit Herbst diesen Jahres wird Thomas auch für die spanische Weltcupmannschaft als Trainer arbeiten.

 

 
 

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